Im März 2025 meldeten Ungarn und die Slowakei Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche – Betriebe mit Tausenden Rindern, teils nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Österreich ist seit 1981 seuchenfrei geblieben.

Betroffene Tiere: Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Paarhufer · Status Österreich: Seuchenfrei · Kategorie: Anzeigepflichtige Tierseuche · Letzter Ausbruch Österreich: 1981 · Aktuelle Vorkommen: Türkei, Zypern, Griechenland (Stand 2026)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
  • März 2025: Ausbrüche in Ungarn und Slowakei – Grenznähe zu Österreich
  • April 2025: Sechster Fall in der Slowakei bestätigt
  • Mai 2025: Alle Sperrzonen in Österreich aufgehoben
4Wie es weitergeht
  • Strikte Überwachung durch AGES und nationale Behörden
  • Im März 2026 wurde erstmals ein Ausbruch auf der griechischen Insel Lesbos gemeldet
  • Weitere Ausbrüche in der Türkei und auf Zypern (Februar 2026)

Die folgende Tabelle fasst die biologischen und epidemiologischen Kernmerkmale der Seuche zusammen.

Merkmal Detail
Erreger Picornavirus (Virus der Familie Picornaviridae)
Übertragung Direktkontakt, Aerosol, kontaminierte Materialien
Inkubationszeit 2 bis 14 Tage
Österreich-Status Frei (seit 1981)
Morbidität Kann bis zu 100 % erreichen
Todesrate Bis 5 % bei adulten Tieren, bis 20 % bei Jungtieren

Wann war Maul- und Klauenseuche in Österreich?

Der letzte Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Österreich liegt mehr als vier Jahrzehnte zurück: Im Jahr 1981 trat die Seuche letztmals auf heimischem Boden auf. Seitdem ist es gelungen, Österreich frei von MKS zu halten – ein bemerkenswerter Erfolg der nationalen Seuchenbekämpfung.

Ausbruch 1981

Der Ausbruch von 1981 markierte einen Wendepunkt in der österreichischen Tierseuchenpolitik. Die damaligen Maßnahmen – schnelles Keulen betroffener Bestände und strenge Handelsrestriktionen – legten den Grundstein für den bis heute anhaltenden seuchenfreien Status. Laut AGES ist die Maul- und Klauenseuche seitdem eine anzeigepflichtige Tierseuche geblieben.

Weitere historische Fälle

Der große Ausbruch in Großbritannien im Jahr 2001 – mit Millionen gekeulter Tiere und enormen wirtschaftlichen Schäden – zeigte, wie verheerend MKS werden kann. Auch wenn Österreich damals verschont blieb, sensibilisierte das Ereignis die hiesigen Behörden nachhaltig.

Fazit: Österreich hat seit über 44 Jahren keinen MKS-Ausbruch mehr erlebt. Dieser Status ist das Ergebnis konsequenter Überwachung und schneller Reaktionsfähigkeit.

Wo ist aktuell Maul- und Klauenseuche?

Mit der Maul- und Klauenseuche trat in Europa plötzlich wieder eine gefürchtete Tierseuche in Erscheinung, von der man geglaubt hatte, dass sie auf unserem Kontinent längst zur Vergangenheit gehört. Im März 2025 meldeten sowohl Ungarn als auch die Slowakei Ausbrüche, wobei zwei Betriebe in unmittelbarer Grenznähe zu Österreich lagen.

Status in Österreich

In Österreich ist bisher kein MKS-Fall aufgetreten. Die Behörden reagierten umgehend mit Sperrzonen im grenznahen Bereich. Die weitere Sperrzone auf österreichischem Staatsgebiet wurde am 20. Mai 2025 aufgehoben, mit 21. Mai 2025 wurden alle Sperrzonen in Österreich aufgehoben. Das Einfuhrverbot von Tieren und Produkten aus der weiteren ungarischen Sperrzone endete am 6. Juni 2025.

Der Hintergrund

Am 7. März 2025 meldeten die ungarischen Behörden einen Ausbruch auf einem Rinderbetrieb in der Nähe von Győr. 1.400 Rinder mussten gekeult werden. Wenige Wochen später, am 26. März, wurde erstmals ein Fall in unmittelbarer Grenznähe zu Österreich bekannt – ein Betrieb mit rund 3.000 Tieren.

Vorkommen in Europa

Die bisher letzten MKS-Fälle wurden aus Ungarn am 17. April 2025 und aus der Slowakei am 4. April 2025 gemeldet. Doch die Seuche ist nicht verschwunden: Im März 2026 wurde erstmals ein Ausbruch auf der griechischen Insel Lesbos gemeldet. Im Februar 2026 wurden zudem Ausbrüche auf Zypern und weiterhin in der Türkei bestätigt.

Warum das relevant ist

Nach dem Ausbruch von MKS im Jänner 2025 in Deutschland handelte es sich um den ersten Fall dort seit knapp 40 Jahren. Es kam zu keinem Eintrag des MKS-Virus aus Ungarn oder der Slowakei nach Österreich – doch die Ereignisse zeigten, wie schnell sich die Seuche ausbreiten kann.

Welche Tiere können sich mit der Maul- und Klauenseuche anstecken?

Die Maul- und Klauenseuche ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Klauentiere befällt. Laut AGES sind davon Rinder, Büffel, Schweine, Ziegen, Schafe und andere Paarhufer betroffen. Für Menschen sowie andere Tiere als Klauentiere stellt das Virus keine Gefahr dar.

Paarhufer

Der Begriff Paarhufer bezeichnet Säugetiere mit gespaltenen Hufen – dazu gehören sowohl domesticated Nutztiere als auch Wildtiere. Die hohe Ansteckungsrate bedeutet, dass ein Ausbruch in einem Bestand rapid auf andere Betriebe übergreifen kann. Die Morbidität kann 100 % erreichen.

Rinder, Schweine, Schafe

Bei Rindern steht die Blasenbildung im Maulbereich im Vordergrund: Lippeninnenseite, Zunge und Zahnfleisch sind betroffen, was zu vermehrtem Speicheln und reduzierter Futteraufnahme führt. Blasen an den Klauen – insbesondere im Zwischenklauenspalt und am Kronsaum – verursachen Lahmheit. Am Euter, besonders an den Zitzen, führt die Blasenbildung zu Schmerzen beim Melken.

Bei Schweinen führen schmerzhafte Läsionen an den Füßen dazu, dass die Tiere das Gehen vermeiden und häufig eine sitzende Position einnehmen. Bei Schafen bleibt das Fieber oft unbemerkt, doch es entstehen Vesikel auf Zunge, Zahnfleisch und Lippen, die zu Erosionen führen können.

Wie merkt man Maul- und Klauenseuche?

Generelle Symptome bei allen betroffenen Tierarten sind Blasenbildung (Aphten) im Maulbereich, am Euter und an den Klauen. Begleitet wird dies von hohem Fieber (40–42 °C), Schmerzen, Apathie, Appetitlosigkeit, Lahmheit und Rückgang der Milchleistung. Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 14 Tage.

Typische Symptome

Die sichtbaren Blasen – auch Aphten genannt – sind das markanteste Erkennungsmerkmal. Sie platzen nach einiger Zeit und hinterlassen schmerzhafte Erosionen. Bei erwachsenen Tieren ist die Todesrate meist gering (bis 5 %), bei jungen Kälbern, Lämmern und Ferkeln kann sie jedoch 20 % oder mehr betragen.

Erkennungsmerkmale

Für Landwirte ist es entscheidend, bei verdächtigen Symptomen sofort die Amtstierärztin oder den Amtstierarzt zu verständigen. Bei Seuchenverdacht wird eine sofortige Betriebssperre und eine Verdachtsuntersuchung eingeleitet. Krankheitsfälle bei Einzeltieren mit MKS-ähnlichen Symptomen werden rasch im Zuge von Ausschlussuntersuchungen ohne Betriebssperren abgeklärt.

Fazit: Plötzliches Fieber, Blasen im Maul und an den Klauen sowie Lahmheit sind die wichtigsten Warnsignale. Jeder Verdachtsfall muss sofort gemeldet werden.

Gibt es eine Behandlung für die Maul- und Klauenseuche (MKS)?

Eine kausale Behandlung für erkrankte Tiere gibt es nicht. Es gibt keine wirksame Therapie gegen das Virus selbst. Eine prophylaktische Impfung ist in der EU verboten. In einem MKS-positiven Betrieb müssen alle Klauentiere getötet werden.

Therapieoptionen

Da eine direkte Bekämpfung des Virus nicht möglich ist, konzentriert sich die Seuchenpolitik auf Prävention und Eindämmung. Erkrankte Tiere werden nicht behandelt – stattdessen wird der gesamte Bestand gekeult, um eine Ausbreitung zu verhindern. Das ist wirtschaftlich verheerend, aber epidemiologisch notwendig.

Prävention

Die Prävention basiert auf drei Säulen: strenge Biosicherheitsmaßnahmen in Betrieben, lückenlose Überwachung durch die Veterinärbehörden und sofortige Reaktion bei Verdacht. Reisende und Fahrzeuge aus betroffenen Regionen unterliegen strengen Kontrollen, um eine Verschleppung zu verhindern.

Was das für Landwirte bedeutet

Ein Ausbruch in Österreich hätte massive wirtschaftliche Schäden für die heimische Landwirtschaft zur Folge. Die Keulung ganzer Bestände, Handelsrestriktionen und der Verlust von Exportmöglichkeiten würden die Branche hart treffen.

Zeitleiste: Die wichtigsten Ereignisse

Drei Datenpunkte zeigen, wie sich die MKS-Situation in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat.

Die folgende Übersicht fasst die zentralen Ereignisse seit 1981 chronologisch zusammen.

Zeitraum Ereignis
1981 Letzter Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Österreich
2001 Großer Ausbruch in Großbritannien – Millionen gekeulter Tiere
März 2025 Ausbrüche in Ungarn und Slowakei – Grenznähe zu Österreich
April 2025 Sechster Fall in der Slowakei bestätigt
Mai 2025 Alle Sperrzonen in Österreich aufgehoben
März 2026 Ausbruch auf der griechischen Insel Lesbos gemeldet
Fazit: Die Zeitleiste zeigt: MKS ist nicht verschwunden, sondern taucht in Wellen auf. Österreich konnte sich bisher heraushalten – doch die Nachbarschaft bleibt unberechenbar.

Bestätigte Fakten und Unklarheiten

Der aktuelle Kenntnisstand lässt sich in zwei Kategorien gliedern.

Bestätigt

  • Österreich ist derzeit seuchenfrei
  • Betroffen: Paarhufer (Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen)
  • Es kam zu keinem Eintrag des Virus aus Ungarn oder der Slowakei nach Österreich
  • Eine prophylaktische Impfung ist in der EU verboten
  • Für Menschen ist MKS nicht gefährlich

Unklar

  • Wie das Virus im Jänner 2025 nach Deutschland und Osteuropa gelangte
  • Welche Rolle wandernde Wildtiere bei der Verbreitung spielen
  • Ob zukünftige Ausbrüche in Österreich verhindert werden können

Die Grenze zwischen dem, was Österreichs Behörden wissen, und dem, was noch offen ist, bestimmt den Ton der gesamten Seuchenpolitik: Vorsicht dominiert, wo Wissen aufhört.

Stimmen und Einschätzungen

„Mit der Maul- und Klauenseuche trat heuer in Europa plötzlich wieder eine gefürchtete Tierseuche in Erscheinung, von der man geglaubt hatte, dass sie auf unserem Kontinent längst zur Vergangenheit gehört.”

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz

„Die Maul- und Klauenseuche ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Bei Seuchenverdacht hat die Amtstierärztin oder der Amtstierarzt eine sofortige Betriebssperre und eine Verdachtsuntersuchung einzuleiten.”

AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

„Ein Ausbruch in Österreich hätte massive wirtschaftliche Schäden für die heimische Landwirtschaft zur Folge.”

Landwirtschaftskammer Österreich

Zusammenfassung

Die Maul- und Klauenseuche bleibt eine ernste Bedrohung für die europäische Landwirtschaft – auch wenn Österreich seit über 44 Jahren seuchenfrei ist. Die Ausbrüche in Ungarn und der Slowakei im Jahr 2025, die jüngsten Fälle auf Lesbos, Zypern und in der Türkei zeigen, dass keine Entwarnung möglich ist. Für Landwirte in Österreich ist die Botschaft klar: Wachsamkeit ist keine Option, sondern Pflicht.

Die Veterinärbehörde erwartet, dass jeder Verdachtsfall sofort gemeldet wird – jede Verzögerung erhöht das Risiko einer Ausbreitung auf heimische Betriebe.

Verwandte Beiträge: Maul- und Klauenseuche Österreich: Aktuell & Geschichte

Während Österreich seit 1981 maul- und klauenseuchefrei bleibt, beleuchtet Symptome, Ursachen und Risiken Symptome, Ursachen und Risiken dieser Tierseuche detailliert.

Häufig gestellte Fragen

Welche Länder haben derzeit Maul- und Klauenseuche?

Die Türkei meldet weiterhin regelmäßig Fälle. Im März 2026 wurde erstmals ein Ausbruch auf der griechischen Insel Lesbos bestätigt. Auch auf Zypern wurden im Februar 2026 Ausbrüche gemeldet.

Was hat den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche verursacht?

MKS wird durch das Picornavirus verursacht. Wie das Virus nach Mitteleuropa gelangte, ist nicht abschließend geklärt. Mögliche Übertragungswege sind direkter Kontakt, Aerosol oder kontaminierte Materialien.

Ist Deutschland von der Maul- und Klauenseuche frei?

Im Jänner 2025 gab es erstmals seit knapp 40 Jahren einen MKS-Fall in Deutschland. Die Behörden reagierten mit schnellen Keulungen und Handelsrestriktionen.

Kann der Mensch sich mit der Maul- und Klauenseuche anstecken?

Nein. Für Menschen sowie andere Tiere als Klauentiere stellt das Virus keine Gefahr dar. Der Verzehr von Fleisch oder Milchprodukten infizierter Tiere ist für Menschen ungefährlich.

Gibt es eine Impfung gegen Maul- und Klauenseuche?

Eine prophylaktische Impfung ist in der EU verboten. Es existieren Impfstoffe, doch ihr Einsatz ist unterdrückt, um den internationalen Handel mit nicht geimpften Tieren aufrechtzuerhalten.

Welche Schutzmaßnahmen gibt es in Österreich?

Die AGES überwacht die Seuchenlage kontinuierlich. Bei Verdacht wird sofortige Betriebssperre verhängt. Alle Klauentiere in positiven Betrieben müssen gekeult werden. Sperrzonen und Einfuhrverbote werden bei Bedarf aktiviert.

Wie wird Maul- und Klauenseuche bekämpft?

Da es keine Behandlung gibt, setzt die Bekämpfung auf Keulung ganzer Bestände, strenge Quarantäne und Handelsrestriktionen. Die Europäische Union verbietet prophylaktische Impfungen, um Seuchenfreiheit nachweisen und Exportmärkte bedienen zu können.