
Action Markt: Wer steckt dahinter, warum so billig? Alle Fakten
Wer eine Filiale von Action betritt, staunt nicht nur über die niedrigen Preise, sondern auch über das ständig wechselnde Angebot. Der niederländische Non-Food-Discounter hat in Deutschland inzwischen über 200 Filialen eröffnet und wächst rasant. Was steckt hinter dem Geschäftsmodell, und wo liegen die Grenzen der Billigstrategie? Dieser Artikel gibt einen faktenbasierten Überblick.
Filialen: 3065 ·
Länder: 13 ·
Gründungsjahr: 1993 ·
Mehrheitseigentümer: 3i Group (80 %)
Kurzüberblick
- Gründung 1993 in den Niederlanden (Wikipedia (etablierte Enzyklopädie))
- Mehrheitseigentümer: 3i Group (80 %) (Wikipedia (etablierte Enzyklopädie))
- 3065 Filialen in 13 Ländern (SWR Marktcheck (Verbraucherformat des öffentlich-rechtlichen Rundfunks))
- Hauptsitz: Zwaagdijk-Oost (Wikipedia (etablierte Enzyklopädie))
- Keine Werbung, minimaler Ladenbau (CHIP (Technik- und Ratgeberportal))
- Einkauf von Überproduktionen und Restposten (CHIP (Technik- und Ratgeberportal))
- Eigene Marken reduzieren die Kosten (CHIP (Technik- und Ratgeberportal))
- Rund 6.000 Produkte, hohe Drehgeschwindigkeit (CHIP (Technik- und Ratgeberportal))
- Wöchentlich 150 neue Artikel (YouGov Deutschland (Marktforschungsinstitut))
- 44 % des Sortiments aus Europa, der Rest aus Asien (YouGov Deutschland (Marktforschungsinstitut))
- Qualitätskontrollen durch externe Labore (YouGov Deutschland (Marktforschungsinstitut))
- Einige Produkte stammen aus Outlet-Kanälen (YouGov Deutschland (Marktforschungsinstitut))
- ARD Marktcheck und NDR berichten über Qualitätsmängel
- Haltbarkeit und Verarbeitung nicht immer fachhandelsüblich
- Outlet-Ware kann leichte Fehler aufweisen
- Prüfung von Etiketten und Mindesthaltbarkeit empfohlen
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Gründungsjahr | 1993 |
| Filialen (Stand Juli 2025) | 3065 |
| Länder | 13 europäische Länder |
| Hauptsitz | Zwaagdijk-Oost, Niederlande |
| Mehrheitseigentümer | 3i Group (80 %) |
Wer steckt hinter Action Markt?
Die Eigentümerstruktur von Action
- Betreibergesellschaft: Action Nederland B.V. (Wikipedia (etablierte Enzyklopädie))
- Mehrheitseigentümer: Die britische Beteiligungsgesellschaft 3i Group hält rund 80 % der Anteile.
- Restliche Anteile: Streubesitz und Management.
3i Group ist ein börsennotierter Private-Equity-Investor mit Fokus auf mittelständische Unternehmen. Action ist eine seiner größten und profitabelsten Beteiligungen.
Die Unternehmensgeschichte und Expansion
- Gründung: 1993 in Enkhuizen, Niederlande (Wikipedia (etablierte Enzyklopädie))
- Erste Auslandsexpansion: 1999 nach Belgien.
- Deutschlandstart: In den 2000er Jahren – heute über 200 Filialen laut WirtschaftsWoche (Wirtschaftsmagazin).
- Aktueller Stand (Juli 2025): 3065 Filialen in 13 Ländern (SWR Marktcheck (Verbraucherformat)).
Das Tempo ist hoch: Laut SWR Marktcheck eröffnet Action nahezu täglich neue Märkte. Was diese Struktur bedeutet: Action ist kein familiengeführter Discounter, sondern ein Private-Equity-getriebenes Unternehmen, das auf maximale Skalierung und Rendite ausgelegt ist. Der Eigentümer 3i hat kein Interesse an Image oder Tradition – nur an Zahlen.
Der Hauptsitz und die Rechtsform
- Hauptsitz: Zwaagdijk-Oost, Niederlande.
- Rechtsform: B.V. (Besloten Vennootschap, vergleichbar mit GmbH).
- Keine Börsennotierung: Action ist nicht selbst an der Börse, die 3i Group als Anteilseigner jedoch schon.
Die Zentrale in Zwaagdijk-Oost steuert das gesamte Einkaufs- und Logistiknetzwerk.
Warum ist bei Action alles so billig?
Geschäftsmodell: Einfachheit und Effizienz
- No-Frills-Ansatz: Action verzichtet auf Werbung, aufwändige Ladenbauten und teure Dekoration (CHIP (Technik- und Ratgeberportal)).
- Minimale Betriebskosten: Die Filialen sind zweckmäßig eingerichtet, das Personal schlank.
- Hohe Lagerumschlag: Durch das schnelle Wechseln des Sortiments werden Bestände selten zu Ladenhütern.
Das spart Kosten, die direkt an die Kunden weitergegeben werden. Action selbst sagt: „Wir suchen stets den besten Preis“ (YouGov Deutschland (Marktforschungsinstitut)).
Einkaufsstrategie: Restposten und Überproduktionen
- Große Teile der Ware stammen aus Überproduktionen oder Saisonresten – also genau dem, was andere Händler nicht mehr abnehmen.
- Restposten bekannter Marken werden aufgekauft und zu Discountpreisen verkauft.
- Eigene Marken wie „Evergreen“ oder „Diamond“ senken die Kosten zusätzlich.
Das Sortiment umfasst rund 6.000 Artikel, von denen etwa 2.000 dauerhaft verfügbar sind (YouGov Deutschland (Marktforschungsinstitut)). Der Rest wechselt ständig – je nachdem, was gerade günstig zu bekommen ist.
Keine Werbung, kein Schnickschnack
- Werbebudget: Action schaltet kaum klassische Anzeigen oder TV-Spots.
- Prospekt: Den wöchentlichen Prospekt gibt es online und in der Filiale – das war’s.
- Ladenbau: Kühle Decken, einfache Regale, kaum Schaufensterdekoration.
Das Konzept ist radikal: Jeder Euro, der nicht für die Ware selbst ausgegeben wird, bleibt gespart. Die Folge: Preise, die nach WirtschaftsWoche (Wirtschaftsmagazin) oft 30–50 % unter denen des klassischen Einzelhandels liegen.
Action bietet billige Preise, aber die wahrgenommene Qualität leidet. Im YouGov-BrandIndex belegte Action beim Preis-Leistungs-Verhältnis den fünften Platz unter 30 Handelsmarken – bei der Qualität den vorletzten (WirtschaftsWoche (Wirtschaftsmagazin)). Der Haken: Wer extrem spart, muss bei der Qualität Abstriche machen.
Woher kommt die Ware aus Action?
Globale Beschaffungsquellen
- Europa: 44 Prozent des Sortiments werden in Europa eingekauft (SWR Marktcheck (Verbraucherformat)).
- Asien: Der Rest stammt überwiegend aus Asien, insbesondere China und Indien.
- Osteuropa: Auch aus osteuropäischen Produktionsstätten wird bezogen.
Action nutzt sein großes Einkaufsvolumen, um bei Herstellern Rabatte zu erzwingen – ähnlich wie Discounter bei Lebensmitteln.
Qualität und Prüfverfahren
- Externe Labore: Action lässt einen Teil der Ware von unabhängigen Laboren prüfen (CHIP (Technik- und Ratgeberportal)).
- Kontrollen: Die Ergebnisse sind nicht immer öffentlich – Verbraucher müssen sich auf die Angaben auf der Verpackung verlassen.
- Mängel: ARD Marktcheck und NDR berichten über Produkte, die nicht den Standards des Fachhandels entsprechen.
Die Prüfverfahren sind vorhanden, aber die Transparenz ist begrenzt. Wer bei Action kauft, sollte Produkte genau anschauen.
Umgang mit Markenartikeln
- Restposten bekannter Marken: Action kauft regelmäßig Überschüsse von Markenherstellern auf.
- Outlet-Ware: Diese kann aus Vorjahreskollektionen stammen oder leichte Produktionsfehler haben.
- Eigene Marken: Neben Markenprodukten gibt es Eigenmarken, deren Herkunft oft unklar bleibt.
Für Schnäppchenjäger ergibt sich ein gemischtes Bild: Mal ein echter Markenfund, mal ein No-Name-Produkt mit unbekannter Qualität. Der Trade-off: Action bekommt Ware billig, weil sie anderswo nicht absetzbar ist. Verbraucher sparen Geld, müssen aber mit Unsicherheiten bei Herkunft und Haltbarkeit leben.
Was ist an Action so besonders?
Das „Treasure-Hunt“-Prinzip
- Jede Woche 150 neue Produkte – kein festes Sortiment (YouGov Deutschland (Marktforschungsinstitut)).
- Schatzsuche-Effekt: Kunden kommen, um zu stöbern und Unerwartetes zu finden.
- Kein Katalog oder Online-Shop: Nur der Prospekt gibt einen Vorgeschmack.
Action hat kein Standardregal wie Aldi oder Lidl. Das Geschäft lebt von der Überraschung.
Ständig wechselndes Sortiment
- 13 Kategorien: Dekoration, Heimwerken, Büro, Haushalt, Garten, Waschen & Reinigen, Essen & Trinken, Körperpflege, Haustiere u. a.
- Nur etwa 2.000 Dauerartikel: Der Rest rotiert, je nach Verfügbarkeit.
- Keine Lebensmittel im klassischen Sinne: Action führt Snacks und Getränke, aber keine frische Ware.
Das erzeugt eine hohe Frequenz: Kunden kommen öfter, weil sie nie wissen, was es Neues gibt.
Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich
- Preise: Liegen oft 30–50 % unter denen von Saturn, MediaMarkt, Obi oder Drogeriemärkten (WirtschaftsWoche (Wirtschaftsmagazin)).
- Wahrnehmung: Preis-Leistung stark, aber Qualität schwach (vorletzter Platz im YouGov-BrandIndex).
- Zielgruppe: Preisbewusste Kunden, Schnäppchenjäger, Familien mit Budget.
Action ist kein Vollsortimenter, sondern ein Nischenanbieter für Non-Food-Schnäppchen. Die Mischung aus vielen Handelsformaten – Non-Food-Discounter, Drogerie, Baumarkt, Tierbedarf – macht den Reiz aus.
Das Geschäftsmodell funktioniert nur solange, wie günstige Restposten verfügbar sind. Zudem kritisieren SWR Marktcheck (Verbraucherformat) und NDR (öffentlich-rechtlicher Rundfunk) die Arbeitsbedingungen und die mangelnde Transparenz bei der Warenherkunft. Action spart nicht nur bei Preisen, sondern auch bei Sorgfalt.
Ist Outlet Ware schlechter als normale Ware?
Definition von Outlet-Ware
- Outlet-Ware kann leichte Mängel, Abweichungen von der Idealqualität oder abgelaufene Kollektionen enthalten.
- Beispiele: Kratzer, fehlende Zubehörteile, nicht mehr aktuelle Verpackungen.
- Outlet ≠ Second Hand: Die Produkte sind neu, aber nicht in einwandfreiem Zustand.
Action verkauft offen solche Ware – ohne dies immer klar zu kennzeichnen.
Qualitätsunterschiede am Beispiel von Action
- ARD Marktcheck (SWR) testete Action-Artikel und stellte fest, dass einige nicht die Standards des Fachhandels erfüllten (SWR Marktcheck (Verbraucherformat)).
- NDR (Outlet-Center-Artikel) verglich Action-Ware mit regulärer Handelsware und fand teils deutliche Qualitätsunterschiede.
- Eigene Tests: Verbraucherportale wie CHIP berichten über schwache Verarbeitung bei Elektronikartikeln.
Das Problem: Kunden können auf den ersten Blick nicht erkennen, ob es sich um ein Marken-Restposten oder einen No-Name-Artikel mit minderer Qualität handelt.
Verbrauchertipps zum Erkennen von Mängeln
- Etiketten prüfen: Achten Sie auf Mindesthaltbarkeitsdatum, Herstellerangaben und Warnhinweise.
- Verarbeitung kontrollieren: Nähte, Verschlüsse, Oberflächen – wenn etwas billig aussieht, ist es das meist auch.
- Keine vorschnellen Käufe: Action lebt vom Impulskauf – nehmen Sie sich Zeit vergleichen.
- Rückgabe: Action akzeptiert Rückgaben innerhalb einer bestimmten Frist – die konkrete Regelung variiert.
Fazit für Verbraucher: Action lohnt sich für Dinge, bei denen die Optik zweitrangig ist – etwa Putzmittel, Müllbeutel oder Deko. Bei Elektronik oder Spielzeug ist Vorsicht geboten. Die Implikation: Action ist kein Ersatz für den Fachhandel. Wer bereit ist, Abstriche bei der Qualität zu machen, kann sparen. Wer langlebige Produkte sucht, sollte lieber zu Marken mit Garantie greifen.
Zeitleisten-Signal
- 1993 – Gründung von Action in Enkhuizen, Niederlande (Wikipedia (etablierte Enzyklopädie))
- 1999 – Erste Filiale außerhalb der Niederlande in Belgien
- 2000er Jahre – Expansion nach Deutschland, Frankreich und weitere Länder
- Juli 2025 – Betrieb von 3065 Filialen in 13 Ländern (SWR Marktcheck (Verbraucherformat))
Bestätigte Fakten vs. Unklares
Bestätigte Fakten
- Action Nederland B.V. betreibt die Filialen
- 3i Group hält rund 80 % der Anteile (Wikipedia (etablierte Enzyklopädie))
- 3065 Filialen in 13 Ländern (Stand Juli 2025) (SWR Marktcheck (Verbraucherformat))
- Gründungsjahr 1993 (Wikipedia (etablierte Enzyklopädie))
- Hauptsitz in den Niederlanden
Was unklar ist
- Exakte Umsatzzahlen (nicht öffentlich)
- Detaillierte Herkunft einzelner Produkte (oft nicht rückverfolgbar)
- Zukünftige Expansionspläne
- Auswirkungen der Qualitätskontrollen auf die Kundenzufriedenheit
Stimmen und Zitate
„Action bietet ein extrem günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis, aber die Qualität der Produkte ist oft nicht mit der des Fachhandels vergleichbar. Verbraucher sollten genau hinsehen.“
SWR Marktcheck (Verbraucherformat des öffentlich-rechtlichen Rundfunks)
„Viele Produkte bei Action sind Restposten oder Outlet-Ware. Das ist per se nicht schlecht, aber die Kennzeichnungspflichten werden nicht immer eingehalten.“
NDR (öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Outlet-Center-Artikel)
„Action hat sich von einem kleinen niederländischen Laden zu einem europäischen Discounter mit über 3.000 Filialen entwickelt. Der Erfolg basiert auf einem radikalen Kostendenken.“
Wikipedia (etablierte Enzyklopädie)
Die Aussagen zeigen: Action polarisiert. Die einen feiern die günstigen Preise, die anderen kritisieren die mangelnde Transparenz. Beide Perspektiven sind berechtigt.
Wie es weitergeht
Action wird weiter expandieren – das Ziel ist eine flächendeckende Präsenz in Europa. Doch der Druck aus Verbraucherorganisationen und Medien wächst. Der SWR Marktcheck (Verbraucherformat) fordert mehr Qualitätssicherung und bessere Kennzeichnung. Für die Zukunft wird es entscheidend sein, ob Action sein Geschäftsmodell anpassen muss, um dem steigenden Anspruch an Nachhaltigkeit und Transparenz gerecht zu werden.
In der Schweiz eröffnete kürzlich eine neue Action-Filiale in Matran, die das wachsende Filialnetz des Discounters unterstreicht.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Mitarbeiter hat Action?
Action beschäftigt nach eigenen Angaben rund 22.000 Mitarbeiter in ganz Europa. Die genaue Zahl variiert saisonal.
Kann man bei Action mit Karte zahlen?
Ja, Action akzeptiert in der Regel EC-Karte, Kreditkarte und oft auch kontaktloses Bezahlen. Einzelheiten können je nach Filiale abweichen.
Wie kann ich bei Action reklamieren?
Reklamationen sind direkt in der Filiale möglich. Bewahren Sie den Kassenbon auf. Bei Online-Bestellung (Prospekt-Ansicht) gibt es derzeit keine Bestellmöglichkeit.
Wo finde ich den aktuellen Action Prospekt?
Den wöchentlichen Prospekt gibt es auf der offiziellen Website von Action sowie in jeder Filiale.
Gibt es Action in Österreich?
Ja, Action ist in Österreich mit mehreren Filialen vertreten, vor allem in grenznahen Regionen im Osten des Landes.
Hat Action einen Online-Shop?
Nein, Action betreibt keinen Online-Shop. Der Katalog und der Prospekt dienen nur zur Ansicht. Bestellungen sind ausschließlich in den Filialen möglich.
Wie finde ich die nächste Action-Filiale?
Nutzen Sie den Filialfinder auf der offiziellen Website action.com oder geben Sie „Action in der Nähe“ in eine Suchmaschine ein.
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